Spickzettel: alle Muster auf einen Blick
Jedes Muster dieser Seite, wie es aussieht und was es beweist. Die Zeilen gehen davon aus, dass die Zahlen an einer geraden Linie verdeckter Felder liegen – so, wie sie am Rand einer geöffneten Fläche auftauchen.
| Muster | Was du siehst | Was es beweist |
|---|---|---|
| Gleiche Anzahl | Eine Zahl, die genau so viele verdeckte Felder berührt, wie sie angibt | Alle diese Felder sind Minen |
| Alle Minen bekannt | Eine Zahl, die so viele Flaggen berührt, wie sie angibt | Ihre übrigen verdeckten Felder sind sicher |
| 1-1 | Zwei 1en nebeneinander, die erste an einer Wand | Das dritte Feld von der Wand aus ist sicher |
| 1-1-1… | Eine durchgehende Reihe von 1en, die an einer Wand beginnt | Jedes dritte Feld von der Wand aus ist sicher |
| 1-2 | Eine 1 neben einer 2 in einer geraden Reihe | Das Feld hinter der 2 ist eine Mine, das Feld hinter der 1 ist sicher |
| 1-2-1 | 1, 2, 1 in einer geraden Reihe | Minen neben beiden 1en, das Feld neben der 2 ist sicher |
| 1-2-2-1 | 1, 2, 2, 1 in einer geraden Reihe | Minen neben beiden 2en, die Felder neben den 1en sind sicher |
| Diagonale Ecke | Eine 1, die einen verdeckten Block nur an seiner Ecke berührt | Dieses Eckfeld ist eine Mine |
| Reduktion | Zahlen, die bereits Flaggen berühren | Flaggen abziehen, dann das Muster lesen, das übrig bleibt |
| 2-3-2, 2-2-2 | Reihen, die sich auf ein 1-2-1 reduzieren lassen | Dieselben Felder wie beim 1-2-1 |
So liest du die Diagramme
Jedes Diagramm zeigt einen Ausschnitt des Spielfelds zweimal. Hinweise ist die Stellung, wie du sie vorfindest; Gelöst ist dieselbe Stellung, nachdem du das Muster angewendet hast: bewiesene Minen sind markiert, bewiesen sichere Felder geöffnet. Buchstaben benennen die verdeckten Felder, um die es im Text geht.
- Orangefarbene Umrandung: die Zahlen, die das Muster liest.
- Grüne Umrandung: die Felder, die das Muster entscheidet.
- Dicke Kante: der Rand des Spielfelds, unten Wand genannt. Eine gestrichelte Kante heißt, dass das Feld weitergeht.
Die zwei Grundregeln: gleiche Anzahl und alle Minen bekannt
Jedes Muster auf dieser Seite ist aus zwei Regeln über eine einzelne Zahl gebaut. Prüf sie zuerst: Auf den meisten Feldern klären sie mehr Felder als alle benannten Muster zusammen.
Gleiche Anzahl: Jeder verdeckte Nachbar ist eine Mine
Berührt eine Zahl genau so viele verdeckte Felder, wie ihr Wert angibt, ist jedes dieser Felder eine Mine. Im Diagramm liegt die 2 am linken Rand des Spielfelds und hat deshalb nur zwei verdeckte Nachbarn. Zwei Minen, zwei Felder: Markiere beide. Flaggen, die du schon gesetzt hast, zählen hier als verdeckte Felder – eine 3, die eine Flagge und zwei weitere verdeckte Felder berührt, macht also auch diese beiden zu Minen.
Alle Minen bekannt: Jeder andere Nachbar ist sicher
Berührt eine Zahl bereits so viele markierte Minen, wie ihr Wert angibt, ist sie erfüllt, und jedes andere verdeckte Feld um sie herum ist sicher. Hier berührt die hervorgehobene 1 die Flagge, also sind a und b sicher. Ein Klick auf die erfüllte Zahl öffnet sie alle auf einmal – der sogenannte Akkord-Klick, den die Minesweeper-Anleitung zusammen mit der übrigen Steuerung erklärt.
Beide Regeln verlassen sich auf deine Flaggen. Eine Flagge, die du auf gut Glück setzt, lässt die Zahlen um sie herum lügen – markiere also nur, was du bewiesen hast.
Zwei Einsen: das 1-1-Muster an der Wand
Greift keine der beiden Grundregeln an einer einzelnen Zahl, vergleich zwei benachbarte Zahlen. Das 1-1 ist der einfachste Fall: zwei 1en nebeneinander an einer Reihe verdeckter Felder, die erste am linken Rand des Spielfelds.
Die 1 an der linken Wand berührt nur zwei verdeckte Felder, a und b. Eines davon ist eine Mine, du weißt nur noch nicht, welches. Die zweite 1 berührt a, b und c. Ihre einzige Mine liegt schon irgendwo in a oder b, also hat c keine: c ist sicher. Im Diagramm zeigt c danach eine 2, und seine einzigen verdeckten Nachbarn sind b und das Feld rechts daneben – beide sind also Minen, und a ist sicher.
Das ist die Teilmengenregel, auf der die meisten Muster beruhen. Ist jedes verdeckte Feld einer Zahl auch ein verdecktes Feld einer zweiten Zahl, zieh die erste Zahl von der zweiten ab. Das Ergebnis sagt dir, wie viele Minen die zweite Zahl in ihren übrigen Feldern hat. Hier ist 1 − 1 = 0, also ist c sicher.
Die Wand muss nicht der Rand des Spielfelds sein. Ein geöffnetes Feld oder ein Feld, das du schon als sicher bewiesen hast, schließt die Reihe genauso gut ab. Das Muster funktioniert außerdem in jede Richtung: an der Seite des Spielfelds hinunter, am unteren Rand entlang, von rechts nach links.
Die 1-1-1-Erweiterung: jedes dritte Feld an der Wand ist sicher
Eine längere Reihe von 1en, die an einer Wand beginnt, gibt immer weiter Felder frei. Die ersten beiden 1en sind das 1-1 von oben, also ist c sicher. Jetzt geh weiter. Die vierte 1 berührt c, d und e; c ist sicher, also liegt ihre Mine in d oder e. Die fünfte 1 berührt d, e und f. Ihre Mine liegt bereits in d oder e, also ist f sicher. Das bewiesen sichere c wirkt wie eine neue Wand, und das 1-1 wiederholt sich.
In einer durchgehenden Reihe von 1en ab einer Wand ist also das dritte, sechste, neunte und jedes weitere dritte verdeckte Feld von der Wand aus sicher. Jedes Paar dazwischen (a oder b, d oder e) enthält genau eine Mine, und meist verraten dir die Zahlen unter den Feldern, die du öffnest, welches. Die Kette braucht eine gerade Reihe und nichts als 1en: Sobald eine 2 auftaucht, wechsle zum 1-2.
Das 1-2-Muster
Eine 1 neben einer 2 an einer geraden Reihe verdeckter Felder. Im Diagramm berührt die 1 die Felder a, b und c, die 2 berührt b, c und d.
b und c liegen beide neben der 1, zusammen enthalten sie also höchstens eine Mine. Die 2 braucht zwei, ihre zweite Mine muss also d sein – das Feld, das nur die 2 sieht. Das heißt auch: In b oder c liegt genau eine Mine, und das ist die einzige Mine der 1. Also ist a, das Feld, das nur die 1 sieht, sicher.
Kurz gesagt: Das Feld hinter der 2 ist eine Mine, das Feld hinter der 1 ist sicher. Steht die 1 an einer Wand, hat sie kein äußeres Feld, dann gilt nur die Hälfte mit der Mine. Das 1-2 lohnt sich als Erstes, denn die beiden bekanntesten Muster sind daraus gebaut.
Das 1-2-1-Muster
Das bekannteste Minesweeper-Muster besteht aus zwei 1-2-Mustern, die sich die 2 teilen. Die linke 1 berührt a, b und c, die 2 berührt b, c und d, die rechte 1 berührt c, d und e.
Lies das 1-2 von links: d ist eine Mine und a ist sicher. Lies es von rechts, als 2-1: b ist eine Mine und e ist sicher. Die 2 hat jetzt ihre beiden Minen, b und d, also ist auch c sicher.
Faustregel: Bei einem 1-2-1 an einer geraden Kante liegen die Minen neben den beiden 1en, und das Feld neben der 2 ist sicher. An den langen, geraden Grenzen auf Fortgeschritten und Experte siehst du es ständig, und es löst fünf Felder auf einmal.
Das 1-2-2-1-Muster
Dieselbe Idee, ein Feld breiter. Die linke 1 berührt a, b und c; die erste 2 berührt b, c und d; die zweite 2 berührt c, d und e; die rechte 1 berührt d, e und f.
Das 1-2 von links macht d zur Mine und a sicher. Das 2-1 von rechts macht c zur Mine und f sicher. Die erste 2 berührt b, c und d und hat c und d schon, also ist b sicher; die zweite 2 berührt c, d und e, also ist e aus demselben Grund sicher.
Faustregel: Bei einem 1-2-2-1 liegen die Minen neben den beiden 2en, und die Felder neben den 1en sind sicher. Nicht mit dem 1-2-1 verwechseln: Dort liegen die Minen neben den 1en.
Muster in den Ecken
Ecken verstecken Minen auf zwei Arten. Erstens zählt eine Zahl nur Felder, die es gibt. Ein Feld in der Ecke des Spielfelds hat drei Nachbarn, ein Randfeld fünf – Zahlen dort sind also schnell voll: Eine 3 in der Ecke heißt, dass alle drei Nachbarn Minen sind, und eine 2 auf dem Eckfeld, neben dem schon ein Feld offen ist, heißt, dass es die anderen beiden sind.
Zweitens die Diagonalen. Im Diagramm ist in der linken oberen Ecke des Spielfelds ein verdeckter Block aus 2×2 Feldern übrig. Die 1 an der äußeren Ecke des Blocks berührt nur ein verdecktes Feld, d, und das nur diagonal. Eine Mine, ein Feld: d ist eine Mine. Diese Flagge erfüllt die 1en neben dem Block, die b und d bzw. c und d berühren. Also sind b und c sicher.
Öffne b und c, und beide zeigen eine 2. Jede berührt nur a und d, und d ist bereits eine Mine, also ist a die zweite. Solche Ecktaschen lässt man gern bis zuletzt liegen und rät dann; lies sie lieber von der Diagonale aus. Wer neu im Spiel ist, zählt oft nur die Felder direkt über, unter und neben einer Zahl. Die Diagonalen zählen aber mit.
Reduktion: bekannte Minen abziehen
Echte Spielfelder zeigen selten ein sauberes 1-2-1. Meist sind einige Minen um die Zahlen schon markiert. Reduktion heißt, sie abzuziehen: Nimm jede Zahl, zieh die Flaggen ab, die sie berührt, und behandle das Ergebnis als neue Zahl für ihre übrigen verdeckten Felder. Dann such unter den reduzierten Zahlen nach einem Muster.
Im Diagramm berühren eine 1 und eine 2 dieselbe Flagge. Reduziert wird die 1 zur 0 und die 2 zur 1: Aus dem 1-2 wird ein 0-1. Die 0 heißt, a und b sind sicher. Die reduzierte 1 hat noch zwei verdeckte Felder, b und c. b ist sicher, also ist c die Mine.
Sobald du die Grundmuster kennst, ist die Reduktion die Gewohnheit, mit der du sie auf einem unübersichtlichen Feld wiederfindest. Erst abziehen, dann fragen, welches Muster übrig bleibt.
Versteckte 1-2-1: 2-3-2 und 2-2-2
Die Reduktion verwandelt viele unbekannte Reihen in die Muster von oben. Zwei davon begegnen dir oft, und hinter beiden steckt ein 1-2-1.
2-3-2 mit einer Mine unter der 3
Die markierte Mine direkt unter der 3 berührt alle drei Zahlen. Zieh von jeder eins ab, und aus dem 2-3-2 wird ein 1-2-1: b und d sind Minen, a, c und e sind sicher.
2-2-2 mit Flaggen an beiden Enden
Hier liegen die Flaggen diagonal unter den äußeren 2en, jede berührt also nur eine davon, und die mittlere 2 berührt keine. Zieh ab, und das 2-2-2 ist wieder ein 1-2-1 – mit derselben Lösung.
Prüf immer, welche Zahlen jede Flagge berührt. Eine einzelne Flagge unter der Mitte eines 2-2-2 berührt alle drei Zahlen und lässt ein offenes 1-1-1 zurück, das für sich allein nichts entscheidet.
Wenn kein Muster passt
Früher oder später gehen dir die Muster aus. Bevor du rätst, sieh dir die ganze Grenze der geöffneten Fläche an, nicht nur die Stelle, an der du gerade gearbeitet hast: Ein Schluss woanders öffnet vielleicht ein Feld mit genau der Zahl, die dir fehlt. Gegen Ende einer Partie hilft außerdem der Minenzähler. Müssen alle verbleibenden Minen in einer Gruppe von Feldern liegen, ist jedes andere verdeckte Feld sicher; sind genauso viele Felder wie Minen übrig, sind alle davon Minen.
Manche Stellungen lassen sich überhaupt nicht lösen, etwa zwei Felder, die sich eine Mine teilen, ohne dass eine Zahl sie unterscheidet. Auf zufälligen Feldern passiert das oft. In 1.000.000 simulierten Partien auf Experte hat ein Solver, der die Grundregeln, den Vergleich nach Art des 1-1 und den Minenzähler kennt, nur 4,5 % davon ohne einen einzigen Rateversuch gelöst; die Minesweeper-Statistik (auf Englisch) hat die Zahlen für jede Schwierigkeitsstufe. Wenn du nie vor einem Münzwurf stehen willst, spiel Minesweeper ohne Raten – dort ist jedes Feld mit den Regeln dieser Seite lösbar.
Die Muster üben
Über Muster zu lesen hilft; sie auf einem echten Spielfeld zu entdecken, lässt sie hängen bleiben.
- Minesweeper ohne Raten ist der beste Trainingsplatz. Jedes Feld ist mit Logik lösbar – steckst du fest, gibt es also immer ein Muster, das du noch nicht gesehen hast.
- Mit den Minesweeper-Rätseln zum Ausdrucken (auf Englisch) arbeitest du ein Feld in Ruhe auf Papier durch, mit Lösungsblatt, um deine Schlüsse zu prüfen.
- Auf Experte zahlen sich Muster am meisten aus: 99 Minen auf 480 Feldern ergeben lange Grenzen voller 1-2-1 und Reduktionen.
- Schnelleres Erkennen zeigt sich in deinem 3BV/s (auf Englisch), dem Tempomaß, das Partien unabhängig vom Feld fair vergleicht.
- Neu im Spiel? Fang mit den Regeln, den Zahlenfarben und dem Markieren in der Minesweeper-Anleitung an.